This is mine, it will never be yours.

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Hey, hi. Hier sind wir wieder. Und mit „wir“ meine ich den Blog und mich. Es hat ungefähr drei Wochen Pause und diesen Beitrag von @_miel gebraucht, um mich dazu durchzuringen, wieder online zu gehen. Wieso ich weg war? Weil ich plötzlich ein paar Mitleser hatte, von denen ich nicht dachte, dass ich sie überhaupt jemals haben würde: Arbeitskollegen und Onlinedatingmänner zum Beispiel. (Falls ihr noch immer mit dabei seid: Hi! Enjoy the Show!) Das waren sehr absurde Situationen, die sich da plötzlich ergeben haben. Wenn du einen Screenshot deines Textes per WhatsApp bekommst und gefragt wirst „Bin ich damit gemeint?“ (sollten sich hier noch andere mitlesende Personen diese Frage stellen, dann ist die Antwort im Zweifel und der Einfachheit für mich halber übrigens immer „ja“ – you better get over it), dir der eine Kollege schreibt „Ich habe übrigens deinen Blog entdeckt – ganz schön strippy, aber irgendwie gut“ und dir der andere Kollege sagt „Du hast einen Blog, habe ich gehört? ‚Heute habe ich das und das gemacht…‘, haha!“ – dann fängst du tatsächlich noch mal mehr an darüber nachzudenken, was du eigentlich so schreibst beziehungsweise geschrieben hast. Und ich bin ja sowieso schon jemand, der unfassbar viel Zeit ans Nachdenken verschwendet. (Das „Problem“, das diese neue Mitleserschaft mit sich gebracht hat, ist übrigens auch hier bei amy&pink ganz schön beschrieben worden.)

Ich hätte jetzt – wie das eben so meine Art ist – einen ewig langen Blogpost darüber schreiben können, wie schwierig das manchmal ist, aber beim Nachlesen der Beiträge habe ich festgestellt, dass ich das ja erst vor einiger Zeit alles schon lang und breit ausformuliert habe: Hier und hier. Dass ich jetzt, wo ich wirklich mal (wieder) explizit darauf angesprochen wurde, so den Schwanz einziehe und erst mal drei Wochen darüber nachdenke, ob ich denn wohl irgendwas rausnehmen muss an Texten, ist an sich ganz schön albern und feige. Es wird immer Leute geben, die doof finden, was ich hier mache. Zu kindisch, zu offenherzig, zu irrelevant.

Die Sache ist die: Ich habe keine Ahnung, wie es ist, wenn man mich aus dem „richtigen Leben“ kennt – nur aus dem richtigen Leben – und dann zufällig über meinen Blog stolpert. Ich weiß nicht, wie das ist und was man dann denkt, über das hier, über mich; ich weiß nicht, ob sich das deckt mit dem Eindruck, den man ohnehin schon von mir hatte oder ob da plötzlich eine unfassbar große Lücke klafft, die man nicht schließen kann, weil einem das alles seltsam unpassend vorkommt; ich weiß nicht, wie das ist und wie das wirkt, weil ich mich nicht von außen sehe, nicht nur als Online- oder nur als Offline-Person, sondern als Ganzes. Was im Blog steht, trage ich jeden Tag auch so mit mir rum – ich lasse es bloß nicht so raushängen. Ich weiß auch nicht, wie es ist, wenn man mich nur aus dem Internet kennt und mich dann „in echt“ kennen lernt – ob man dann genauso verwundert ist oder ob das Bild, dass sich ergibt, stimmig ist. (Ich kann nur sagen, dass mir Letzteres nach wie vor die liebere der beiden Kennenlern- beziehungsweise Entdeckungsvarianten ist.)

Aber die Sache ist vor allem auch die: Ich kann darauf keine Rücksicht nehmen. Und das muss ich ja auch überhaupt nicht. Weder hier (vor allem nicht hier), noch da draußen. Ich kann mich nicht bei den Offlinern dafür entschuldigen, dass ich nicht 24/7 das süße, gut gelaunte, nette Mädchen bin. Tut mir leid, auch ich habe schlechte Tage und auch ich lasse mir manchmal das Herz brechen und mich wochenlang aus der Bahn werfen und ja, auch ich mache mir manchmal nicht zu knapp Sorgen und Gedanken über alles und nichts, berechtigter- und unberechtigterweise. Überraschung! Und ich kann mich natürlich andererseits auch nicht bei den Onlinern dafür entschuldigen, dass ich nur halb so depressiv und emo rüberkomme, wie meine Texte manchmal vermuten lassen. Weil ich eben nicht nur das eine oder nur das andere bin. (Zum Glück.)

Andere Leute bevorzugen es vielleicht, in Situationen, in denen sie überfordert sind, Gespräche zu führen, Bilder zu malen, Musik zu machen oder Laufen zu gehen – und bei mir landet das alles hier. Das ist eben meins. Mein Stück Internet. Das ist mein Platz. Mein Raum. Mein Ort. Meins. Und ich sehe es nicht ein, mich deswegen blöd fühlen oder rechtfertigen zu müssen. (Obwohl ich genau das gerade tue und obwohl einige Texte zugegebenermaßen wirklich schon sehr… pathetisch sind. Und das ist noch euphemistisch formuliert, aus Rücksichtnahme auf mich selbst. Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hatte jedes Wort in jedem Text im jeweiligen Moment des Verfassens und Veröffentlichens seine Richtigkeit und Daseinsberechtigung. Für mich ist das ja auch nicht unbedingt schön zu lesen, im Nachhinein. Aber so ist das Leben eben.)

Wie dem auch sei, werte Mitleser: Walk a mile in my shoes. Spend a day in my skin. Und wenn ihr danach noch immer ein Urteil über irgendwas hiervon fällen wollt, dann fällt es. Bloggt doch einfach mal selbst darüber, damit ihr wisst, wie das so ist. Oder noch besser: Geht weg. Lest hier nicht mehr mit. Verwendet eure Energie auf etwas anderes.

Stay away from what I love, ‚cause it’s the only thing I’ve got.

Ein Gedanke zu “This is mine, it will never be yours.

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